Trennwand im WG-Zimmer ohne Bohren: Regal und Vorhangschiene
Ein WG-Zimmer ist selten groß genug, um Wohnen und Schlafen sauber zu trennen. Wer keine Löcher in die Wände bohren darf, steht vor einem Problem, das sich mit zwei Bauteilen lösen lässt: einem hohen Regal als Raumteiler und einer Vorhangschiene, die ohne Dübel hält. Der Trick liegt in der Kraftverteilung. Ein Regal trägt sich selbst über seine Rückwand oder die Seitenwangen, eine Klemmstange für den Vorhang spannt sich zwischen Boden und Decke oder zwischen zwei gegenüberliegenden Wänden. Beides zusammen ergibt eine optische und akustische Trennung, die bei einem Auszug einfach wieder verschwindet.
Das Regal sollte mindestens 180 Zentimeter hoch sein, sonst bleibt der Sichtschutz ein Provisorium. Schwere Modelle mit geschlossener Rückwand eignen sich besser als offene Leiterregale, weil sie den Schall stärker brechen und die Konstruktion stabiler steht. Wer die Rückseite zum Bett zeigt, gewinnt zusätzlich eine Fläche für Haken oder eine dünne Dämmplatte. Für die Vorhangschiene gibt es zwei brauchbare Varianten: eine Klemmstange mit Gummifüßen, die auf dem Regal aufliegt, oder eine Deckenstange, die über eine Spannvorrichtung zwischen Boden und Decke geklemmt wird. Beide Systeme arbeiten mit Reibung, nicht mit Schrauben. Wichtig ist, dass die Stange nicht durchhängt, sobald der Vorhang zugezogen wird – ein stabiles Aluminiumrohr mit mindestens 25 Millimetern Durchmesser verhindert das. Schwere Verdunkelungsstoffe gehören an eine zusätzliche Stütze in der Mitte, leichte Baumwollvorhänge kommen ohne aus. Wer beim Regal auf integrierte Phasenwechsel-Materialien achtet, profitiert im Sommer von einem spürbar kühleren Raum, wie der Beitrag auf hausimo.de zu Thermo-Möbeln zeigt.
Der Aufbau braucht etwas Planung, aber kein Werkzeug. Zuerst wird das Regal an der gewünschten Trennlinie ausgerichtet und mit den mitgelieferten Wandabstandshaltern oder Filzgleitern gegen Verrutschen gesichert. Danach setzt man die Klemmstange auf die Regaloberseite oder klemmt sie zwischen Boden und Decke, je nach Deckenhöhe. Der Vorhang wird mit Ringen oder Klettband befestigt und sollte etwa zehn Zentimeter über dem Boden enden, damit er nicht schleift. Ein zweiter, leichter Vorhang auf der anderen Seite des Regals schluckt zusätzlich Hall. Wer in einer Altbauwohnung mit hohen Decken wohnt, kann die Stange auch an einem Deckenabhängungssystem befestigen, das ohne Bohren mit Spannfüßen arbeitet. Nach dem Umzug lässt sich alles in wenigen Minuten abbauen, ohne dass Spuren bleiben.
Für WGs mit häufigen Mieterwechseln ist diese Lösung besonders praktisch, weil sie keinen dauerhaften Eingriff in die Bausubstanz bedeutet. Ein Regal als Raumteiler kostet je nach Größe zwischen 60 und 150 Euro, eine Klemmstange mit Vorhang liegt bei 30 bis 70 Euro. Wer bereits ein Regal besitzt, kann es mit einer passenden Stange nachrüsten und spart den Neukauf. Entscheidend bleibt die Statik: Ein zu schmales Regal kippt, eine zu schwach gespannte Stange rutscht. Wer beides richtig dimensioniert, gewinnt ein Stück Privatsphäre, ohne den Vermieter um Erlaubnis bitten zu müssen.