Kleine Wohnungen: ungenutzte Nischen als Stauraum für Bücher
Jede Wohnung hat sie: Ecken, die niemand so richtig nutzt. Hinter der Tür, neben dem Schrank, unter der schrägen Wand im Dachgeschoss. Meistens stehen dort Staubsauger, leere Kartons oder gar nichts. Dabei sind genau diese Flächen oft die einzigen, die sich ohne großen Umbau in funktionale Zonen verwandeln lassen. Gerade in kleinen Wohnungen zählt jeder Zentimeter, und wer Bücher liebt, kennt das Problem: Regale brauchen Wandfläche, die schlicht nicht vorhanden ist. Ein klassisches Bücherregal mit sechzig Zentimetern Tiefe passt fast nirgends hin, ohne den Raum sofort zu erdrücken.
Die Lösung liegt in der Tiefe, nicht in der Breite. Schmale Regale mit zwanzig bis fünfundzwanzig Zentimetern reichen für die meisten Taschenbücher und viele Hardcover völlig aus. Solche Module lassen sich in Nischen schieben, die für Kommoden oder Sessel zu schmal sind. Wer sich fragt, wie man Bücher in Ecken unterbringen kann, ohne dass es provisorisch wirkt, findet unter Bücher in Ecken unterbringen konkrete Beispiele für maßgefertigte Lösungen. Entscheidend ist, dass die Regale bis zur Decke reichen oder exakt mit einer Wandkante abschließen. Dann wirken sie wie eingebaut, nicht wie nachträglich hineingestellt.
Aus einer reinen Staufläche lässt sich zusätzlich ein Leseplatz machen. Ein schmaler Sitz mit hoher Rückenlehne, ein Hocker mit Keilkissen oder eine gepolsterte Bank passen oft in eine Ecke, in der kein Stuhl stehen könnte. Wichtig ist der Abstand zum Regal: Wer beim Lesen die Beine ausstreckt, braucht mindestens sechzig Zentimeter Freiraum. Eine kleine Wandlampe mit warmem Licht direkt über der Sitzgelegenheit macht die Ecke abends nutzbar, ohne den restlichen Raum zu erhellen. Wer dort liest, stört niemanden, der fernsehen oder schlafen will.
Wer mietet, darf nicht bohren oder Regale anpassen. Hier helfen freistehende Module, die sich klemmen oder auf Filzgleitern stehen. Auch Körbe, die in die Nische geschoben werden, funktionieren für Zeitschriften und Papier. Der Vorteil: Nichts ist endgültig, alles bleibt beweglich. Wer später auszieht, nimmt die Möbel mit. Die Ecke aber bleibt nutzbar, weil sie nie zugestellt war. Genau darum geht es: nicht mehr Stauraum um jeden Preis, sondern Flächen, die vorher leer waren, endlich sinnvoll belegen.